Wo alles begann 1987

Jede Geschichte hat ihren Ursprung. Die Idee „Phoenix Design“ hat ihre Wurzeln nicht in einer Garage im Silicon Valley, sondern auf einer Yacht in der Karibik. Jeder kennt das: ein, zwei Drinks unter Freunden und plötzlich ist alles möglich. Da wird über Träume gesprochen, philosophiert und Zukunftspläne geschmiedet. Auch wir Ur-Phoenixe besiegelten so vor 30 Jahren unseren Plan vom gemeinsamen Studio. Heute ist Phoenix Design ein erfolgreiches Designstudio, das Ergebnis von hohen Zielen, engagierten Mitarbeitern und großartigen Kunden.

Aber alles der Reihe nach. Nach dem Designstudium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart wird Andreas Mitinhaber von frogdesign (1972 bis 1987) und zieht aus der Schwabenmetropole nach Altensteig in den Schwarzwald. Bei der Betreuung von Toms Diplomarbeit – er studierte an derselben Hochschule – lernten wir uns kennen. Auch sein Weg führte ihn damals zu frogdesign (1982 bis 1987), wo er zunächst als Freelancer Projekte mitgestaltet und mit Andreas im Team gearbeitet hat. Dieselbe Einstellung zu unserem Handwerk verband uns auf Anhieb. frogdesign gründete bereits 1982 seine Außenstelle im Silicon Valley und entwickelte sich bis heute ebenso zu einem Big Player in der Designwelt. Design made in Germany hatten wir doch eher im Fokus. Deshalb ließ die Realisierung eines eigenen Designstudios nicht lange auf sich warten.

Der Traum vom gemeinsamen Designstudio entfachte Euphorie, aber verlangte auch Risiken und Kompromisse in Kauf zu nehmen. Als wir in einer Kneipe die Kosten für Phoenix Design auf einen Servierblock kritzelten, glänzte ein Kostenpunkt durch seine Höhe: die Modellbau-Werkstatt, so wichtig wie teuer. Also nahmen wir einen sechsstelligen Betrag in die Hand – für Toms Kredit bürgten sogar seine lieben Eltern mit ihrem „Häusle“, das noch heute im Besitz der Familie ist. Denn unser Mut sollte belohnt werden.

Der nächste Schritt war die richtige Immobilie, in vielerlei Hinsicht das Aushängeschild eines jungen Unternehmens. Obwohl uns die Architektur überhaupt nicht gefiel, entschieden wir uns schnell für ein erstes Studio im Industriegebiet von Stuttgart-Vaihingen mit Holzvertäfelung, Rundbögen und einer ästhetisch fragwürdigen Weltraum-Tapete an der Wand! Der Grund war auch nicht die eingebaute Bar, sondern eine willkommene Überraschung bei der Besichtigung: hinter einer der Türen versteckte sich eine voll ausgestattete und funktionsfähige Modellbau-Werkstatt unserer Vormieter. Zufall oder Schicksal? Es war Anspruch. Bis heute ist der Modellbau fester Bestandteil in unserem Designprozess, um die Funktionalität und Materialität auch haptisch erfahrbar zu machen.

Die Geburtsstunde von Phoenix Design ist auch der Beginn einer jahrelangen Kundenbeziehung, die bis heute anhält. Schon als wir zwei die Entscheidung für unser eigenes Studio fällten, war Klaus Grohe vom Sanitärunternehmen Hansgrohe mit an Bord – die Yacht „Sweet Mama“ gehörte schließlich ihm. Bis heute arbeiten wir eng zusammen und räumen begehrte Designpreise ab. Mit Kaldewei und Loewe war unser Kundentrio zu Beginn komplett.

Mit einer langen Geschichte sind natürlich viele einzigartige Erinnerungen verbunden. So gestaltete Tom, noch in den Tagen bei frogdesign, den ersten tragbaren Apple Computer mit und traf in dieser Zeit auf Steve Jobs. Dass dieser einmal zur Ikone wird, konnte er zu dem Zeitpunkt natürlich noch nicht wissen, doch in seinem Denken und Handeln stach er schon damals aus der Masse. Es waren seine Visionen von der einfachen Bedienung, der reduzierten Erscheinung und der Nicht-Kopierbarkeit seines Macs, die ihn so einzigartig machten. Für eine ganze Woche kam der junge Steve Jobs sogar in den Schwarzwald, um an dem Design „Snowwhite“ zu feilen. Daran konnte ihn auch die Praktikantin nicht hindern, die ihn vom Flughafen abholte und versehentlich fast bis an den Bodensee fuhr…

Das Design der 80er Jahre war geprägt vom Memphis-Stil, einer Protestbewegung gegen das elitäre, rein funktionale Design seiner Zeit. Es markierte den Startschuss für mehr Farbe und mehr Emotionalität. Deshalb macht es auch heute noch Spaß, die Produkte von damals aus dem Archiv zu kramen.

Wir plädieren heute zu einem neuen, weniger rigorosen Verständnis von Funktionalismus – die klassische Formel „form follows function“ hat kontinuierlich an Verbindlichkeit verloren. Heute arbeiten wir mit einem Funktionalismus, der auch Emotionen miteinschließt oder besser: mit Herz und Verstand. Mit „Logik, Moral und Magie“ haben wir für unser Studio einen Leitsatz gewählt, der den Funktionalismus in den Begriff der Logik integriert. Während hinter dem Begriff der Moral unser Anspruch an Langlebigkeit und sinnvoller Innovation steht, beschreiben wir mit der Magie die Ausstrahlung eines Produktes oder Services.

Für Phoenix Design galt ab der ersten Stunde bis heute der Anspruch, mit guten Kunden und anspruchsvollen Projekten in der Champions League mitzuspielen. Und zwar aus der Überzeugung heraus, dass Design einen echten Mehrwert für die Nutzer schafft.

Tom Schönherr & Andreas Haug
Tom Schönherr & Andreas Haug

Founders, Managing Partners

Andreas Haug (li.) und Tom Schönherr (re.), beide heute geschäftsführende Gesellschafter von Phoenix Design, gründeten 1987 gemeinsam das Designstudio Phoenix Design in Stuttgart. Ihr Werdegang ist aufs Engste mit dem Aufstieg des modernen deutschen Designs verbunden. Geehrt wurden Andreas Haug und Tom Schönherr bereits mit dem Lucky Strike Designer Award sowie mit dem German Design Award „Persönlichkeit“ für ihr Gesamtwerk.

ABOUT

Seit 1987 gestaltet Phoenix Design Interaktion: zwischen Produkt und Nutzer, zwischen Marke und Konsument, zwischen Designern und Auftraggebern.
In diesem Blog erzählen wir regelmäßig über die letzten 30 Jahre, die Gegenwart und die Zukunft bei Phoenix Design.

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